Stefanie Schramm


Journalistin

Arbeiten                  Psychologie | Physik | TECHNIK | CHINA | PORTRÄTS

Das zweite Wendland

DIE ZEIT, 18. November 2010

Die Einlagerung von CO₂ soll Kohlekraftwerke klimaneutral machen. Doch der Protest gegen diese Technik wächst

»Keine CO₂-Endlager – weder hier noch anderswo« steht auf den neongelben Warnwesten, die einige Demonstranten übergezogen haben. Andere tragen trotz der Kälte ihre Jacken offen, damit man den Schriftzug auf ihren T-Shirts sehen kann: »Ich bin ein Versuchskaninchen für Vattenfall«.

»Das ist keine Innovation, wenn dabei Menschenleben gefährdet werden«, ruft Ulf Stumpe von der Bürgerinitiative CO₂ntra Endlager ins Mikrofon. »Und auch keine Wissenschaft!« An diesem ersten Novembersonntag demonstrieren sie wieder unter dem Backsteinkirchturm von Letschin in Ostbrandenburg, wie jeden Monat. Fast ein Jahr geht das schon so. Diesmal sind gut 150 Menschen aus den Ortschaften im Oderbruch gekommen, Eltern mit kleinen Kindern auf den Schultern, Rentner, junge Leute. Es geht um eine neue, heftig umstrittene Energietechnik – CCS, carbon capture and storage, zu Deutsch: Einfangen und Lagern von Kohlendioxid. Klimaforscher, Energiekonzerne, Politiker und einige Umweltschützer halten CCS gleichermaßen für die Rettung des Klimas und des Kohlestroms, ebenso für einen potenziellen Exportschlager, für zukunftsweisend also. Die Demonstranten hingegen haben Angst um ihre Gesundheit und fürchten, dass die Technologie das bestehende Energiesystem zementiert. Der Energiekonzern Vattenfall will in Ostbrandenburg die Abgase aus einem Testkraftwerk in Jänschwalde unter die Erde pressen; zwei Gebiete will er dafür erkunden, Birkholz-Beeskow und Neutrebbin, dort liegt das Dörfchen Letschin.

Wie angespannt die Lage ist, zeigte sich vergangene Woche, als die Bundesregierung einen fast fertigen Gesetzentwurf vertagte – erneut. Schon im vergangenen Jahr hatte die große Koalition die Gesetzgebung gestoppt. Jedes Mal stellte sich Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Peter Harry Carstensen (CDU) quer. In seinem Land protestieren die Bürger besonders heftig gegen die CO₂-Einlagerung. Carstensen fordert ein weitgehendes Einspruchsrecht für die Bundesländer. Bekommen sie es zugesprochen, bedeutet das wohl das Ende für CCS in Schleswig-Holstein und Niedersachsen, wo besonders viele geeignete Speicherorte liegen. Anders in Brandenburg: Dort befürwortet die rot-rote Regierung die Technik, auch weil sie um Arbeitsplätze beim Braunkohlekonzern Vattenfall fürchtet, dem größten Arbeitgeber der Region. Brandenburg könnte zum einzigen CCS-Versuchsstandort in Deutschland werden.

Der Widerstand gegen die CO₂-Speicherung reiht sich in die Protestbewegungen ein, die derzeit an vielen Orten Deutschlands sprießen: gegen Castortransporte und ein Atommüll-Endlager in Gorleben, gegen Stuttgart 21, gegen Pumpspeicherkraftwerke und Hochspannungsleitungen. »Ich war bisher zurückhaltend, das als Welle zu bezeichnen, aber tatsächlich nimmt die Zahl der Proteste zu«, sagt Dieter Rucht vom Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung, der soziale Protestbewegungen analysiert. »Bei CCS braut sich gerade was zusammen, da gibt es durchaus Parallelen zur Atomendlager-Debatte.«

Müssen die Bürger bei großen Infrastrukturprojekten, bei der Erprobung umstrittener Technologien mehr Mitspracherecht haben? Bisher beschränkt sich ihre Beteiligung im Wesentlichen auf ein formal-juristisches Einspruchsrecht im Planfeststellungsverfahren. Dabei gibt es längst Verbesserungsvorschläge: Der Arbeitskreis Auswahlverfahren Endlagerstandorte legte Ende 2002 einen Plan vor, wie man ein Endlager für Atommüll suchen sollte – mit Beteiligung der Bürger und Gemeinden. Die Politik ignoriert die Vorschläge. Weder für das alte Problem Atommüll noch für die neue Technik CCS ist eine umfassende Beteiligung in Sicht.

Dabei müsste sie keineswegs zu einer Totalblockade führen, wie viele Politiker fürchten, im Gegenteil. In Staaten, wo die Suche nach einem Endlager für Atommüll offener und transparenter ablief und die Bürger mitreden durften, einigte man sich auf einen Standort oder ist auf einem guten Weg dorthin: in Finnland, Schweden und in der Schweiz. »Wenn man den Leuten in der Region sagt: ›Ihr habt das letzte Wort‹, dann ist das enorm friedenstragend«, sagt der Soziologe Ortwin Renn vom Interdisziplinären Forschungsschwerpunkt Risiko und Nachhaltige Technikentwicklung an der Universität Stuttgart. Doch bisher scheint die deutsche Politik nichts aus dem Debakel der Endlager-Suche gelernt zu haben.

Ulf Stumpe und seine Mitstreiter im Oderbruch dagegen umso mehr. Ganz bewusst haben sie die Insignien der Anti-Atom-Bewegung übernommen: den »Tag X«, den Tag also, an dem dort die Castoren rollen und hier die Messfahrzeuge. Die gelb gestrichenen X-Kreuze aus Holz haben sie aufgestellt, selbst das Wort »Endlager« haben sie adoptiert. »Das ›CO₂-Endlager‹ zu nennen, ist unsere Erfindung«, behauptet Stumpe. »Speicher klingt viel zu harmlos.«

Und sie haben bei den Aktivisten im Wendland angefragt, wie das denn so ist, wenn man einer Polizeimannschaft gegenübersteht. »Die haben uns Filme gezeigt und Tipps gegeben, wie man verhindert, dass die Auseinandersetzung eskaliert«, erzählt Stumpe. Wenn sie nicht ihre eigene Mahnwache gehabt hätten an diesem Wochenende, dann wären auch sie nach Gorleben gefahren, sagt er, wo zur gleichen Zeit Zehntausende demonstriert haben.

Wie ein Revoluzzer wirkt der 29-jährige Stumpe nicht. Er ist Stadtverordneter in seinem Heimatort Wriezen (parteilos), zweiter Vorsitzender im Volleyballverein, Jugendtrainer. Aber jetzt macht er sich bereit für seinen Tag X, an dem Geologen im Auftrag von Vattenfall beginnen werden, den Boden im Oderbruch zu erkunden. Eine Kontaktliste für den Startschuss per E-Mail und SMS ist eingerichtet. »Dann sind wir ruck, zuck mit 2500 Leuten und hundert Treckern auf dem Acker«, sagt Stumpe. »Natürlich wollen wir im Rechtsstaatlichen bleiben, aber eine Kuschelveranstaltung wird das nicht.«

Fährt man über die Alleestraßen durch die flache, novembergraue Landschaft, wirkt das Oderbruch mehr als friedlich. Doch an Gartenzäunen, Hecken, Hoftoren leuchten als Zeichen des Protests gelbe Kreuze, einige Hundert sind es schon. Viele Hausbesitzer und Bauern verkünden auf Plakaten, was sie von den CCS-Plänen halten: »Stoppt die CO₂-Sauerei« – »Bauern denken in Generationen, Vattenfall nicht« – »CO₂-gefährdete Gemeinde«.

Manfred Wercham ist ein Aktivist wie aus dem Bilderbuch: alteingesessener, konventioneller Bauer, markig und redegewandt, im grünen Arbeitsanzug, die Wangen gerötet. Er stapft die matschige Auffahrt seines Vierseitenhofs hinunter, gleich neben dem Maschinenschuppen will er etwas zeigen. »Hier, in dem Graben, das ist Grundwasser, nicht mal ’nen Meter tief steht das hier«, sagt er. »Wenn der Mist da rinngeht, wie soll man det kurieren? Denn is Schluss hier.« Mit »Mist« meint Wercham Salzwasser, das vom CO₂ aus der Tiefe hoch gedrückt werden könnte. Dass dieses unterirdisch eingepferchte Gas sorgfältig beobachtet werden soll, beruhigt Wercham nicht: »Monitoring? Scheiß druff! Denn haben se’t schriftlich, dass det nich klappt, oder wat?«

Dabei ist Michael Kühn vom Deutschen Geoforschungszentrum (GFZ) in Potsdam äußerst zufrieden mit seinem Monitoringsystem. Seit zwei Jahren testet er es in Ketzin, wo eine kleine Pilotanlage Kohlendioxid in die Tiefe presst – die einzige in Deutschland. »Wir können das CO₂ sehr gut lokalisieren, obwohl es vergleichsweise kleine Mengen sind.« Gut 40.000 Tonnen sind es bis jetzt, in Ostbrandenburg will Vattenfall jährlich 1,7 Millionen Tonnen einlagern. »Man kann und muss die Technologie jetzt auf größeren Skalen ausprobieren«, sagt Kühn. »Uns läuft die Zeit davon«, meint Johannes Peter Gerling von der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe. »Wir kommen nicht weiter, wenn wir immer nur auf Versuchsanlagen im Ausland verweisen. Wir müssen das hier testen.« Die bisherigen Erkenntnisse reichten vollkommen aus, um den nächsten Schritt zu machen, das sieht auch Gerling so wie Kühn: »Es ist an der Zeit, den Startschuss zu geben.«

Die Befürchtungen der CCS-Gegner hätten sich in Ketzin nicht bewahrheitet, sagt der Forscher vom GFZ. Leckagen? »Ketzin ist dicht.« Bildung von Kohlensäure, wenn sich CO₂ im Wasser löst? »Ja natürlich, aber nur in geringen Mengen, und auch die Kohlensäure wird von den zahlreichen Barriereschichten zurückgehalten.« Reaktionen der Kohlensäure mit diesem Gestein? »Ja, aber so wie erwartet: sehr wenig und sehr langsam.« Verdrängung von Salzwasser? »Ja, aber nicht bis ins Trinkwasser, wegen der Barriereschichten.« Erdbebengefahr durch den Druck beim Einpressen des CO₂? »Definitiv nicht.«

Sehr überzeugt fasst Kühn die bisherigen Erkenntnisse zusammen. Allerdings gelten sie zunächst einmal nur für den Versuchszeitraum von zwei Jahren, ein CO₂-Speicher sollte aber möglichst für immer dicht halten. Und die erhobenen Daten gelten zunächst auch nur für den Standort Ketzin. »Eins zu eins kann man die Ergebnisse natürlich nicht übertragen«, sagt Kühn. »Deshalb ist die Erkundung der Geologie an jedem einzelnen Standort so enorm wichtig.« Mit den aktuellen Methoden könne man aber sicher herausfinden, ob sich eine Gesteinsformation eigne oder nicht. »Wir haben eine erhebliche Verantwortung, dass unsere Aussagen auch morgen noch stimmen«, meint Kühn. »Es gibt aber bislang keinen Grund, daran zu zweifeln.«

Nicht alle Forscher sind sich ihrer Sache so sicher. Wie dicht sind die Lager, und für wie lange? Viele sagen schlicht: »Das wissen wir derzeit nicht.« Zudem sind sich die Experten keineswegs einig, das zeigt eine Studie von Ortwin Renns Kolleginnen Sandra Wassermann und Marlen Schulz. Sie haben Fachleute über den Wissensstand zur CO₂-Einlagerung befragt. »Bei den meisten Fragen gab es Dissens«, sagt die Wassermann. Und das, obwohl viele erklärte CCS-Gegner an der Befragung erst gar nicht teilnahmen. »Expertendilemma« nennen das die Risikoforscher. »Das verunsichert die Laien«, sagt die Soziologin. »Die wissen dann gar nicht mehr, wem sie glauben sollen.«

Ulf Stumpe hat sich informiert, im Internet, in der Fachliteratur, in den Publikationen des Weltklimarats, des Sachverständigenrats für Umweltfragen, des GFZ. »Wir wollen fundiert argumentieren, nicht nur als Schreihälse auftreten«, sagt er. Gern betont Stumpe, dass auch er »aus der Forschung« kommt. Tatsächlich hat er Tiermedizin studiert, führt eine eigene Praxis und betreut im Oderbruch Milchviehbetriebe mit insgesamt 5000 Kühen. Wie er so hinter seinem mit Papieren überhäuften Schreibtisch in der Praxis sitzt, mit hochgeschobenen Ärmeln, ist er ganz der kompetente Arzt, dem die Leute ihr Vieh anvertrauen. »Ich bin nicht wissenschaftsfeindlich. Aber bevor man eine klinische Studie anfängt, muss man doch auch Laborversuche machen. CCS ist einfach noch nicht gut genug erforscht.« Das lässt sich kaum auflösen: Die Gegner fordern mehr Erkenntnisse vor dem Test im Großmaßstab, Forscher wie Kühn sagen, nur größere Versuche könnten neue Einsichten liefern. Wieder so ein Expertendilemma.

Tiefer aber noch sitzt das Misstrauen der CCS-Gegner gegenüber Vattenfall. »Wenn die sagen, ›Wir wissen das noch nicht genau, deshalb müssen wir es ja ausprobieren‹, schnürt es mir den Hals zu«, sagt Stumpe. Nicht wenige im Oderbruch sehen das ähnlich. »Die Energiekonzerne haben eine Glaubwürdigkeitslücke«, so formuliert es der Risikoforscher Ortwin Renn, der die Akzeptanz von CCS in der Bevölkerung erforscht. »Neben dem Expertendilemma erhöht das die Risikowahrnehmung erheblich.«

Technische und geologische Ungewissheiten sind nicht einmal die Hauptsorge der Gegner, hat Sandra Wassermann herausgefunden: »Am meisten fürchten sie, dass CCS dem Kohlestrom eine neue Chance gibt und so den Umbau des Energiesystems verhindert.« Auch für Stumpe ist der »Energieblödsinn«, wie er sagt, das größte Problem. Dafür hat er zwei Kronzeugen aus der Wissenschaft gefunden, die er wieder und wieder zitiert, auch bei der Mahnwache auf dem Marktplatz von Letschin: das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) und den Energieökonomen Olav Hohmeyer von der Universität Flensburg.

»Der Professor sagt, CCS verhindert sogar den Klimaschutz«, erklärt Stumpe den Demonstranten. »Und der ist im IPCC, im Weltklimarat, das sind höchste wissenschaftliche Kreise.« Hohmeyer, der auch im Sachverständigenrat für Umweltfragen der Bundesregierung sitzt, ist überzeugt, dass sich mit erneuerbaren Ressourcen und Energiesparen mehr CO₂ reduzieren lässt als mit CCS. »Und das wird nicht teurer«, sagt der Wirtschaftswissenschaftler. Im Jahr 2050 könne sich Deutschland komplett aus regenerativen Quellen versorgen. Auch das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hält CCS für »sehr teuer« und empfiehlt die erneuerbaren Energien – und wird so zum Koalitionspartner für Ulf Stumpe. »Wir haben Rückhalt in mächtigen Organisationen«, ruft er den Bürgern im Oderbruch zu. Damit sind IPCC und DIW auf dem Letschiner Marktplatz angekommen. Und es wirkt offenbar: Seit er die Studien erwähne, sagt Stumpe, füllten sich die Unterschriftenlisten in seiner Praxis schneller.

Auch wenn schwer vorherzusagen ist, wie viel die erneuerbaren Energien in Zukunft wirklich zu welchem Preis leisten können – solche Aussagen nähren das Gefühl in der Bevölkerung, CCS sei nicht nur unsicher, sondern auch unsinnig. »Legitimationsdefizit«, diagnostiziert Risikoforscher Renn. »Das erhöht natürlich den Widerstand.« Und führt in Brandenburg zu einer Verbündung mit denjenigen, die sowieso gegen die Kohle sind: den Bewohnern der Dörfer, die für Braunkohle-Tagebaue umgesiedelt werden sollen.

Ein Koalitionspartner mehr also in jenem Netzwerk, das Stumpe und seine Bürgerinitiative knüpfen: mit den CCS-Gegnern im benachbarten Beeskow, in der Altmark und in Schleswig-Holstein, mit der Wasserwirtschaft (die ums Trinkwasser fürchtet), mit den Atomgegnern (die wissen, wie Widerstand geht), mit den Stuttgart-21-Demonstranten (die für Aufmerksamkeit sorgen). »Die Proteste in Stuttgart ermutigen andere Bürgerinitiativen, die borgen sich dann die Erfolgsidee«, sagt der Protestforscher Rucht. »Die Stuttgarter selbst machen das übrigens auch: Die beziehen sich auf die Montagsdemos in der DDR.«

So wie die Bahnhofsgegner versuchen, den Erfolg der Bürgerbewegung aus dem Osten zu importieren, so bringt Cornelia Hock Protesterfahrung aus dem Westen nach Brandenburg. Die Webdesignerin ist vor acht Jahren zusammen mit ihrem Freund, einem Fotografen, aus Frankfurt am Main ins Oderbruch gezogen. Demonstriert hat sie schon gegen Neonazis, Genmais, Atomkraft. Und damals, beim Protest gegen die Startbahn West des Frankfurter Flughafens, war sie »mittendrin«, sagt die resolute Zugezogene. Ein paar graue Strähnen schimmern in ihrem hochgesteckten Haar, die Arme vor der Brust verschränkt, den dicken Rollkragen bis unters Kinn gezogen. Bei der Bürgerinitiative CO₂ntra Endlager kümmert sich die gelernte Bildhauerin jetzt um die Organisation: »Veranstaltungen planen, Referenten besorgen, Institute anfragen. Und Ideen liefern.«

Stumpe ist das nur recht. »Um erfolgreich zu sein, braucht eine Bürgerinitiative eine gute Mischung: den Ossi, den Wessi, den Bauern, den Künstler.« Kreative, Schauspieler, mehr oder weniger Prominente gibt es reichlich im Oderbruch, viele sind aus Berlin aufs Land gezogen, weil sie die Idylle suchten, ein CO₂-Lager passt da nicht ins Bild. Das bringt Stumpe medienpräsente Mitstreiter: Die Schauspielerin Nadeshda Brennicke plaudert in Talkshows über CCS, der Serienliebling Thomas Rühmann (In aller Freundschaft) ist dabei, auch der Moderator und Teilzeit-Ökobauer Dieter Moor unterstützt den Widerstand.

Mit vereinten Kräften haben es die Protestierer in Schleswig-Holstein immerhin geschafft, den Ministerpräsidenten auf ihre Seite zu bringen. Stumpe und seinen Aktivisten wird das trotz weitreichender Allianzen kaum gelingen, zu viel hängt hier in Brandenburg an der Braunkohle. Und kommt das CCS-Gesetz, dann kommt wohl auch das CCS-Projekt. Gerade hier, im äußersten Osten der Republik, wäre es deshalb wichtig, die Bürger zu beteiligen. Das wäre dann wirklich zukunftsweisend.

Noch kämpfen Stumpe und seine Mitstreiter mit den altbewährten Mitteln der Anti-Atom-Bewegung: Sie fordern Grundstückseigentümer auf, Messtrupps den Zutritt zu verweigern. »Wissenschaftlich mag eine Erkundung sinnvoll sein, und ich hab ja nichts gegen Wissenschaft«, versichert Stumpe noch mal. »Aber da trennen sich eben Wissenschaft und Verwaltungsrecht: Wir haben keine andere Möglichkeit, einzugreifen.« Schon hängen im Oderbruch die ersten Warnzeichen an den Zäunen: Erkunden verboten.



Zur Übersicht TECHNIK

 

 

 

Kontakt

Arbeiten